»Das wird kein schöner Anblick«
Main-Echo Pressespiegel

»Das wird kein schöner Anblick«

Gemeinderat: In Blankenbach geplanter Mobilfunkmast soll nun 50 Meter hoch werden - Schlichtungsverfahren?
BLANKENBACH  Auch nach über zehn Jah­ren scheint nicht ab­seh­bar zu sein, wann der in Blan­ken­bach ge­plan­te Mo­bil­funk­mast ge­baut wird - ob­wohl der jetzt er­folg­te Droh­nen­flug der Deut­schen Funk­turm (DFMG) laut Bür­ger­meis­ter Mat­thias Mül­ler (CSU) er­gab, dass die Fläche ne­ben dem Park­platz am Wald­fried­hof als Stand­ort ge­eig­net wä­re.

Der neu gewählte Gemeinderat war in seiner ersten regulären Sitzung am Montag trotzdem verärgert, denn dieser Mast soll nach Angaben der DFMG fast 50 Meter hoch werden. Er wäre dann doppelt so hoch wie der Mast, der am deutlich tiefer liegenden Bauhof hätte entstehen sollen. Und dieser Standort, so erinnerte Müller, sei vom Landratsamt nur deshalb abgelehnt worden, weil der im Bauhofbereich geltende Bebauungsplan das nicht zuließ.

»Diese Höhe war nie im Gespräch«, stellte Martin Schäfer (FW) fest. »Das wird kein schöner Anblick«, befürchtete Udo Neumeier (CSU). Angesichts der Historie ging Peter Sauer (CSU) weiter: »Ist das eine Art Muster, dass man immer wieder was Neues nachschiebt und am Ende bekommen wir doch nichts?« Der Rathauschef vermutete letztlich, dass »da noch eine ganz andere Nutzung geplant« sein könnte. Es besteht Klärungsbedarf, war sich das Gremium einig. Den gab es immer wieder, wie Müllers kurzer Rückblick für die neuen Ratsmitglieder zeigte. Demnach hatte die Gemeinde den Vertrag mit der damaligen Firma T-Mobile über einen Standort am Millenniumskreuz im Jahr 2010 schon genehmigt, als sich das Unternehmen wegen Unwirtschaftlichkeit zurückzog. Seither kamen und gingen sowohl die Standorte als auch die Tochterfirmen der Telekom.

Als ungeeignet eingestuft

Als sich 2017 die DFMG meldete, schlug die Gemeinde den jetzigen Standort am Waldfriedhof vor. Der wurde aber von der DFMG als ungeeignet eingestuft, so dass alles auf den Bauhof hinaus lief. Nach dessen Ablehnung machte die DFMG eine Kehrtwende und schlug nun ihrerseits den besagten Standort beim Waldfriedhof vor. Laut Müller hat die DFMG diese Diskrepanz bislang nicht stichhaltig begründet.

Abschließend erinnerte er noch daran, dass der Gemeinderat bereits im Februar beschlossen habe, das Schlichtungsverfahren des Umweltministeriums einzuschalten, falls es keine Einigung geben sollte.

26.05.2020
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