Mit Energie und Erfahrung ins Rathaus
Main-Echo Pressespiegel

Mit Energie und Erfahrung ins Rathaus

Kommunalwahl: Der 30-jährige Marc Babo ist Bürgermeisterkandidat der Schöllkrippener CSU
SCHÖLLKRIPPEN 

Im Schöllkrippener Café Denk im Zentrum des Ortes wird Marc Babo gleich von einigen Gästen erkannt, eine Dame ruft ihm »Viel Glück« zu. Der 30-Jährige ist der Bürgermeisterkandidat der CSU. Bei der Kommunalwahl tritt er gegen den parteilosen Marco Melges an, der für die Grünen ins Rathaus einziehen will, und gegen Horst Wehl von den Freien Wählern. Sie alle wollen den amtierenden Bürgermeister Reiner Pistner (FWG) beerben, der aus Altersgründen nicht mehr antreten wird.

Beim Gespräch hat er seinen digitalen Notizblock dabei: »Sein Hirn«, wie er sagt. Auf dem Tablet kann er schnell etwas notieren oder Handgeschriebenes abrufen. Das nützliche Hilfsmittel ist bei der Arbeit sein ständiger Begleiter - und auch im Wahlkampf.

Babo kommt aus dem Schöllkrippener Ortsteil Schneppenbach und wohnt seit elf Jahren mit seiner Lebensgefährtin dort, wo er seine Wurzeln hat. In Schneppenbach war er Ministrant und in der Fußballjugend des SV Schöllkrippen aktiv, für den er auch heute noch spielt. Außerdem ist er gern mit dem Rad unterwegs: Vor Kurzem hat er sich ein E-Bike zugelegt, wie er verrät. Mit seiner Lebensgefährtin fährt Babo gern mit dem Caravan in den Urlaub. Er selbst ist zwar erst seit vergangenem Jahr politisch aktiv und in die CSU eingetreten, als er gefragt wurde, ob er als Bürgermeister kandidieren will. Aber ein wenig liegt es auch in der Familie: Sein Großonkel Otto Elsässer war bereits Rathauschef in Schöllkrippen.

Bürgermeister zu werden wäre für Babo quasi eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte: An seinem ersten Tag würde er erst mal seine ehemaligen Kollegen begrüßen. Denn Marc Babo hat im Schöllkrippener Rathaus seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gemacht und ist dann nach zwei Jahren zur Gemeinde Sailauf gewechselt, wo er derzeit als Assistent der Amtsleitung arbeitet.

In Schöllkrippen hat er die Strukturen einer Verwaltung kennengelernt und wie der Terminkalender eines Bürgermeisters aussieht, kennt die Aufgaben und das Anforderungsprofil. In Sailauf hat er sich weiterentwickelt und seinen Verwaltungsfachwirt gemacht. Seine Aufgabe besteht unter anderem aus Projektmanagement in verschiedenen Bereichen wie dem Bau- oder Finanzbereich: So hat er den Naturfriedhof Bischling im Spessart, den die Gemeinden Sailauf und Laufach im November 2019 eröffnet haben, von Anfang an mitbetreut.

Konsens das Ziel

Als Bürgermeister könnte er die Gelegenheit wahrnehmen, Dinge auch aktiv mitzugestalten. »Ich bin dann im Dienst der Bürger, kann meine Fähigkeiten, Netzwerke und Energie einbringen«, sagt Babo selbstbewusst. Auch die Beschäftigung mit etwas schwierigeren Themen in Sailauf, wie die Debatte um den Mobilfunkmast im Ortsteil Eichenberg, sieht er als Herausforderung und neue Erfahrung. »Es gibt immer eine Lösung. Ziel ist es, einen Konsens zu finden«, ist er überzeugt. Das wünscht er sich auch vom künftigen Gemeinderat - parteiübergreifend Lösungen zu finden als Team, so wie bei einer Fußballmannschaft. »So kann man den Ort weiterentwickeln.«

Wichtige Themen sind für ihn, dass Schöllkrippen als Standort für junge Familien attraktiv bleibt, dass die Ortsteile enger zusammenwachsen und eine Veranstaltungsstätte zu schaffen. Aber auch die Kinder- und Jugendbetreuung gut auszubauen ist ihm wichtig. Das könnte mit den Plänen für das alte Forsthaus umgesetzt werden: Hier soll nach den Wünschen der Gemeinde ein Mehrgenerationenhaus entstehen. Geht es nach Babos Vorstellungen, könnte sich dort ein Jugendpfleger um offene Jugendarbeit kümmern. Aber auch das Schaffen von Wohnraum für Senioren ist ihm ein Anliegen.

Babo ist froh, dass sich der Gemeinderat für den Breitbandausbau mit der Deutschen Glasfaser entschieden hat. Bevor das Vorhaben umgesetzt werden kann, müssen allerdings 40 Prozent das Angebot buchen. Daher gelte es nun, die Bürger von den Vorzügen zu überzeugen. Eine gute Breitband-Infrastruktur gehört für ihn zur Digitalisierung dazu. So könne man von Zuhause aus arbeiten. Aber auch der Faktor Zeit ist mit Digitalisierung verbunden: Man spart sie. »Ich bekomme die meisten Dokumente eingescannt.«

Babo ist sich auch der finanziellen Verantwortung bewusst, die er für die Kommune als Bürgermeister tragen würde: Weil in der Vergangenheit viel investiert wurde - beispielsweise in den Neubau der Grundschule oder die Erschließung des Gewerbegebietes Schlosswiesen-Stockwiesen - hat die Gemeinde im Vergleich zu anderen Orten im Kreis mit 1500 Euro eine hohe Pro-Kopf-Verschuldung.

Mit Bedacht will er dennoch Projekte anstoßen und zum Beispiel das Konzept für den Markus- und Michaelimarkt attraktiver machen. Bis es soweit ist, ist er gespannt auf den weiteren Wahlkampf mit drei Kandidaten, »mit denen wohl niemand gerechnet hätte«. Aber, ergänzt Babo: »Das ist gelebte Demokratie.«

bPodiumsdiskussion mit den Schöllkrippener Bürgermeisterkandidaten am Montag, 10. Februar, um 19 Uhr im Saal Neue Zeit. Wahlforum-Blog: www.main-echo.de/bg-wahl-schoellkrippen

24.01.2020
mehr unter www.main-echo.de
Schließen Drucken Nach Oben