Es wird noch tiefer gebohrt
Main-Echo Pressespiegel

Es wird noch tiefer gebohrt

Schöllkrippener Rat: Suche nach neuen Trinkwasserressourcen noch nicht ergiebig
SCHÖLLKRIPPEN 

Bislang nicht sehr erfolgreich ist die Versuchsbohrung (VB1) der Gemeinde Schöllkrippen in der Nähe der Rodberghütte auf der Suche nach neuen Trinkwasserressourcen. Doch soll an gleicher Stelle noch weiter in die Tiefe gebohrt werden, in der Hoffnung, noch auf erträgliche Quellen zu stoßen. Das hat der Marktgemeinderat am Dienstag beschlossen.

Werde man nicht fündig, wolle es die Gemeinde einige hundert Meter weiter im Wald an einer anderen Stelle versuchen. In der bisher gebohrten Tiefe von etwa 120 Meter am VB1 bei der Rodberghütte könne nur ein Liter Wasser pro Sekunde zu Tage gefördert werden. Das reiche aber nicht, »wir brauchen sechs Liter«, um den Bedarf zu decken, erläuterte Bürgermeister Reiner Pistner (FWG) am Dienstag.

Mehrere Beratungsgespräche

Aus mehreren Beratungsgesprächen mit der Hydrogeologin Anorte Jakowski vom Kleinostheimer Büro Jung und einem Geopysiker habe sich inzwischen die Empfehlung herauskristallisiert, am VB1 vorläufig weiter zu bohren. Denn in den 1990er Jahren sei weiter talwärts (in 130 Meter Tiefe) Wasser gefunden und erschlossen worden.

Vielleicht werden diese Wasservorkommen bohrtechnisch erreicht, hofft der Gemeinderat und entschied, dass die beauftragte Wächtersbacher Firma Pettenpohl, die hier seit etwa sechs Monaten am Werk ist, noch weiter bis zu 160 Meter Tiefe bohren solle. Die Kosten dafür bezifferte Pistner auf 30 000 Euro.

Weiter beschlossen hat der Rat, anstelle des ursprünglich geplanten Bohrpunktes VB2 in der Waldabteilung Brandheid den VB3 weiter oben im Schöllkrippener Forst zu nehmen, sollte beim VB1 kein Wasser gefunden werden. Dort sei laut Jakowski eine bekannte geologische »Störung«, die nachweislich wasserführend sei und die die Klafferborn- und Ruhbornquelle sowie einen Brunnen im Lohrgrund (bei Heinrichsthal) speise. Auch die ergiebige Versuchsbohrung im Laudengrund habe auf dieser Störung gelegen, sagte Pistner. Insgesamt würden die Kosten für die zwei Bohrungen (VB1/VB3) nur relativ wenig über dem vereinbarten Preis von rund 400 000 Euro liegen, beim VB3 kämen aber Wegekosten von 40 000 Euro hinzu.

23.01.2020
mehr unter www.main-echo.de
Schließen Drucken Nach Oben