Der Wahlkampf wirft in Krombach seine Schatten voraus
Main-Echo Pressespiegel

Der Wahlkampf wirft in Krombach seine Schatten voraus

Bürgerversammlung: CSU-Gemeinderätin Susanne Grünewald und Bürgermeister Peter Seitz liefern sich Wortgefechte - 50 Besucher
KROMBACH  Von un­se­rer Re­dakteu­rin CA­RO­LI­NE WA­DEN­KADie kom­men­den vier Mo­na­te bis zur Kom­mu­nal­wahl in Krom­bach könn­ten heiß wer­den. Bei der Bür­ger­ver­samm­lung am Di­ens­ta­g­a­bend in der Krom­bach­hal­le, zu der rund 50 Krom­ba­cher ge­kom­men wa­ren, deu­te­te sich das an. Zwei Mal während des zweieinhalbstündigen Treffens lieferten sich Bürgermeister Peter Seitz (UB) und Susanne Grünewald, die auf der Liste der CSU für den Gemeinderat kandidiert und bislang den Vereinsring leitete, Wortgefechte.
Am schärfsten debattierten der Bürgermeister und die Erzieherin über das eingestellte Informationsblatt »Dorfschelle«. »Ich fände es schön, wenn die Dorfschelle wieder herauskommt«, sagte Grünewald. Die Themen, die der Bürgermeister in einer zweistündigen Präsentation bei der Bürgerversammlung vorgestellt hatte, empfinde sie als interessant, aber sehr geballt. Zudem könne nicht jeder kommen. »Außerdem wollte die Bürgerliste die Arbeit des Gemeinderats ja gläserner machen«, verpackte sie einen Vorwurf an Seitz, einem Wahlversprechen nicht nachzukommen. Der Bürgermeister seinerseits argumentierte mit der sehr zeitintensiven Produktion des Hefts. Die »Dorfschelle« sei zu 90 Prozent von ihm gemacht worden, denn wenn die Gemeinde Informationen herausgebe, müsse alles stimmen. Derzeit versuche man, einen Informationsfluss über das Netzwerk Facebook sicherzustellen, was gut angenommen werde, sagte Seitz. Anders als in der »Dorfschelle« werden hier jedoch kaum Hintergründe erläutert.
Für Grünewald ist das kein Ersatz, sie sei nicht bei Facebook angemeldet. Sie forderte Seitz dazu auf, die Heftproduktion an einen der Gemeinderäte zu delegieren. »Wenn das gehen würde, hätte ich es schon längst gemacht«, entgegnete Seitz und beendete die Diskussion mit den Worten: »Es driftet langsam in Vorwahlkampf ab.«
Weitere Kritikpunkte von Grünewald waren die brachliegende Kleiderfabrik in der Holzgasse, die die Gemeinde vor einigen Jahren gekauft hatte und die immer noch leer steht, und die unzureichende Ausgangssituation an der Alten Schule (Tür nicht von innen zu öffnen, wenn sie zugefallen ist). Seitz erläuterte, dass es für die Kleiderfabrik Pläne gebe, die aber noch nicht spruchreif seien. »Das Geld ist gut angelegt. Auf der Bank müssen wir Strafzinsen zahlen, so können wir etwas Sinnvolles draus machen.«
Zudem regte Grünewald an, Kindergarten und Schule stärker in Fragen des Naturschutzes einzubinden. Seitz hatte vorher dargelegt, dass der Bestand an Streuobstwiesen ohne entsprechende Pflege in den kommenden Jahren stark zurückgehen werde. Auch wenn Grünewald und Seitz in diesem Punkt zunächst an unterschiedliche Zielgruppen dachten, vereinbarten sie doch, über den Schulterschluss mit Schule und Kindergarten zu sprechen.
Wunden nicht verheilt?
Bei der Wahl 2014 hatte die Unabhängige Bürgerliste sowohl die Bürgermeisterwahl gewonnen, als auch die Mehrheit im Gemeinderat errungen. Vorher hatte CSU-Bürgermeister Reiner Rosenberger zwölf Jahre im Rathaus gesessen und war von der Niederlage sichtlich getroffen. Die damals gerissenen Wunden scheinen beim ein oder anderen noch nicht verheilt, wie die nun beginnende Wahlauseinandersetzung zeigt.
Einer hielt sich jedoch am Donnerstagabend raus: Auch der Bürgermeisterkandidat der CSU, Horst Hug, verfolgte die Bürgerversammlung, verließ sie jedoch vorzeitig und ohne eine Wortmeldung.


28.11.2019
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