Bayerns Bauern präsentieren Klimastrategie
Main-Echo Pressespiegel

Bayerns Bauern präsentieren Klimastrategie

Landwirtschaft: Rolle von Humus im Boden betont
MÜNCHEN/WIESEN 

Humus aufbauen, Wald bewirtschaften, effizienter düngen: Der Bayerische Bauernverband zeigt in seiner Klimastrategie, was Landwirte beitragen können und was sie sich von der Politik erhoffen. Das Positionspapier war Ende September verabschiedet worden - mit daran gearbeitet hat auch Stefan Köhler aus Wiesen (Kreis Aschaffenburg), Umweltpräsident und Unterfränkischer Bezirkspräsident des Bauernverbands. Gegenüber unserem Medienhaus betonte Köhler, dass beim Klimawandel »die Landwirtschaft eine Dreifachrolle spielt: Verursacher, Betroffener und Teil der Lösung.«

Humus bindet Kohlendioxid

Zur Lösung gehört der Klimastrategie zufolge zum Beispiel der Humusaufbau im Boden: Durch eine bestimmte Fruchtfolge und eine konservierende Bodenerhaltung lasse sich Humus im Boden aufbauen - der wiederum bindet klimaschädliches CO2. »Könnten wir den Humusgehalt aller deutscher Agrarflächen um nur 1 Prozent steigern, würden damit 923 Millionen Tonnen CO2 aktiv der Atmosphäre entzogen. Zum Vergleich: Die CO2-Emissionen Deutschlands lagen im Jahr 2017 bei 905 Millionen Tonnen«, heißt es in dem Papier.

Allerdings seien »praxisgerechte Regelungen zum Pflanzenschutz« ebenso notwendig wie eine »bedarfsgerechte Düngung«. Hier könnten zum Beispiel neuer Techniken und die Digitalisierung weiter helfen, mit denen Dünge- und Pflanzenschutzmittel effizienter zum Einsatz kommen und dadurch reduziert werden können. Für kleinere Betriebe sei die Anschaffung zu teuer, betont der Bauernverband und fordert Anreizprogramme zur Anschaffung neuer Technik sowie Weiterbildungsangebote in Sachen Digitalisierung.

Raps statt Soja

Weitere Vorschläge betreffen unter anderem den Flächenverbrauch - der Bauernverband fordert ein gesetzliches Erhaltungsgebot für landwirtschaftliche Flächen - und eine Stärkung des Rapsanbaus. Denn wenn Landwirte in Bayern eiweißhaltige Futtermittel für ihre Tiere anbauen können, brauchen sie weniger Soja zu importieren.

Zusätzliche große Waldschutzgebiete lehnt der Bauernverband ab. Für den Klimaschutz sei eine wirtschaftliche Nutzung des Waldes viel besser. Der Verband verweist in dem Konzept darauf, dass Holz als Baumaterial CO2 speichert. Die Nutzung als Brennstoff erspare zudem den Verbrauch anderer fossiler Energien.

Hintergrund

» Verursacher, Betroffener

und Teil der Lösung

beim Klimawandel. «

Stefan Köhlerüber Rolle der Landwirtschaft

17.10.2019
mehr unter www.main-echo.de
Schließen Drucken Nach Oben