Wasserbetriebszweckverband im oberen Kahlgrund?
Main-Echo Pressespiegel

Wasserbetriebszweckverband im oberen Kahlgrund?

Ländliche Entwicklung:Kommunale Allianz informiert nach zweitägigem Seminar über aktuelle Projektideen
SCHÖLLKRIPPEN  Ih­re Zu­sam­men­ar­beit gilt als Er­folgs­ge­schich­te der länd­li­chen Ent­wick­lung:

Nach mehr als zehn Jahren interkommunaler Zusammenarbeit haben die zehn Mitgliedsgemeinden der Kommunalen Allianz Kahlgrund- Spessart (KA), eine der dienstältesten Allianzen Bayerns, kürzlich bei einem zweitägigen Seminar in Klosterlangheim Bilanz gezogen und Ausblick gehalten.

Über die Projektideen und Handlungsfelder, die von mehr als 20 Seminarteilnehmern für die Fortschreibung des integrierten ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) der Allianz erarbeitet wurden, berichteten der KA-Sprecher, Schöllkrippens Bürgermeister Reiner Pistner, und Allianzmanager Christopher Batrla im Gespräch mit unserem Medienhaus.

Gegenseitig stärken

Unter den Ideen sei auch ein Wasserbetriebszweckverband für Schöllkrippen, Sommerkahl, Kleinkahl und Wiesen. In einem »Ringschluss«, so Pistner, könnten sich die Gemeinden damit gegenseitig stärken. So sei etwa daran gedacht, Lecksuchen in den Wasserleitungen und Bereitschaftsdienste gemeinsam zu organisieren, sich einheitliche Wasseruhren anzuschaffen sowie die Wasserversorgungsmaschinerie und die komplizierte Elektrotechnik in den Hochbehältern auf gleichem Qualitätsstandard zu managen.

Das Handlungsfeld Wasser sei eines von vielen Ideen und Zielen, die noch von einem Fachbüro ausgearbeitet werden müssen und nach einem KA-Workshop mit regionalen Akteuren im Oktober in einen Projektkatalog einfließen sollen, so Bartla.

Ergänzt werde das 2009 herausgebrachte Entwicklungskonzept vor allem auch um die Themenfelder Ökologie und Mobilität. Pistner: »Wenn wir den Autoverkehr vermindern und etwas für unser Klima und die Lebensqualität unserer Region tun wollen, dann müssen wir den öffentlichen Personennahverkehr verbessern.« In der Ideenschmiede der KA sei auch der Vorschlag gekommen, an den Haltestellen der Schnellbuslinien vom Kahlgrund in die Stadt E-Bike-Lade- und Unterstellstationen aufzustellen. Zum Handlungsfeld Ökologie zählten Ideen wie plastikfreie Zonen, gemeinsame Ökoflächen oder etwa auch Baumverkaufsaktionen.

Top-Thema Erosionsschutz

Aktuell größter Themenkomplex der KA ist, wie berichtet, der Erosions- und Hochwasserschutz. In dem umfangreichen Bodenschutzprojekt sind die Allianzgemeinden, in Zusammenarbeit mit Landwirten, bereits seit längerem aktiv. Etwas in den Hintergrund gerückt, aber nicht außer Acht gelassen sind laut Pistner die Strategiekonzepte Gewerbe, Wohnen, Land- und Forstwirtschaft, Orts-und Landschaftsbild, während das Handlungsfeld Freizeit und Tourismus teilweise schon auf neue Beine gestellt wurde. In dem neuen Konzept sollen »Lieblingsorte« und schöne Aussichtspunkte aufgewiesen werden, die das besondere Flair des Kahlgrunds und der Spessartgemeinden zeigen.

Hintergrund: Kommunale Allianz Kahlgrund-Spessart

Im Jahr 2006 haben sich Blankenbach, Geiselbach, Kleinkahl, Krombach, Mömbris, Sommerkahl, Schöllkrippen, Westerngrund und Wiesen auf den Weg gemacht, um in kommunaler Zusammenarbeit die gesamte Region voranzubringen und für die Zukunft zu rüsten. Später hat sich auch die Gemeinde Sailauf der Kommunalen Allianz Kahlgrund-Spessart (KA) angeschlossen, die vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) seit 2009 begleitet und finanziell unterstützt wird. Das ALE ist auch in beratender Funktion Mitglied der Lenkungsgruppe, das beschlussfassende Gremium der Kommunalen Allianz.

Deren Handlungsfaden ist das integrierte ländliche Entwicklungskonzept (ILEK), in dem die Grundlagen und Perspektiven für die zukünftige Entwicklung des Allianzgebietes in verschiedenen Themenbereichen dargestellt sind. ()

18.07.2019
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